Michael Raich
Consulting

16.08.2005

Musikmarketing auf myspace.com

Interessant, was einige Bands und Solisten auf MySpace machen. Ich hatte bereits mehrere “friend requests” von keinen, unbekannten Bands und Solisten in meinem Postkasten dort. Neugierig wie man ist, sieht man sich natürlich das Profil an. MySpace erlaubt es dort, direkt Musik einzubinden, die natürlich gleich losdudelt wenn man auf die Seite kommt. Und die Tourdaten oder ein Shoppinglink stehen dann auch meist dabei (mir fehlt nur noch der direkte iTunes-Link – Korrektur: Es gibt ihn sogar, er funktioniert nur nicht im deutschen Store).

Wenn man sich das Profil genauer ansieht, z.B. von Fiona Apple, sieht man dass sie über 9.000 “Freunde” auf MySpace hat. Das sind bei durchschnittlich vielleicht 5-10 Freunden der Freunde zwischen 50 und 100.000 potentielle Kontakte (das Lied auf ihrer Seite wurde alleine über 40.000 mal gespielt). So kann Mundpropaganda funktionieren… und man braucht kein großes Label hinten dran, das für die Promotion sorgt.

Aber auch bereits etabliertere Interpreten versorgen mit speziellen Profilen ihre Fans mit Musik, News und einen direkten Feedbackkanal, wie z.B. Cori Yarkin. Mit knapp 60.000 Fans und 4 Songs die jeweils über 600.000 mal gehört wurden.

Einige mutige Promotoren wie z.B. WhizPark scheinen das schon erkannt zu haben. Gerade für Independent Labels ein interessanter Kanal. Aber selbst Warner Music hat dort u.a. das letzte R.E.M. Album promoted.

Es scheint an dem Gerücht, dass Fox mit dem Kauf von Intermix Media, dem Betreiber von MySpace.com, eine neue Konkurrenz zu MTV schaffen will, tatsächlich was dran zu sein. Denn selbst wenn man Vergleiche z.B. mit Korea anstellt, wären $580 Mio. Kaufpreis für einen “Mini-Homepage-Service” zu viel (ca. $73 Mio. Online-Umsatz bei Cyworld (Korea) mit 12 Mio. Usern).

Und ich kann mir vorstellen, dass er damit sogar Erfolg haben kann. Die Frage des Revenues bleibt natürlich noch zu klären. Aber wenn ich mir überlege, dass alleine Tradedoubler 3% eines iTunes-Einkauf an seine Affiliates weitergibt, wäre der Sell-Through durchaus auch für MySpace/Fox interessant. Und das bei über 22 Mio. Usern auf MySpace und scheinbar 350.000 registrierten Bands (Quelle).

 

2 Kommentare zu “Musikmarketing auf myspace.com”

  1. Market Talk » Blog Archive » Geld, Web 2.0 und Weisheiten schreibt

    [...] Für ebenfalls eine stolze halbe Mrd. $ ist myspace.com an Rupert Murdoch (Fox) gegangen. Nun, das eine der wirklich interessanten Geschichten der letzten Jahre. Nicht (nur) weil sich Teenager dort eine bunte Seite basteln können. Sondern wegen dem Musikmarketing. MySpace.com kann das MTV der heutigen Generation werden. Und gemeinsam mit Apple’s Musikstrategie der Plattenindustrie endgültig den Saft abdrehen (wie berichtet). [...]

  2. Michael Raich schreibt

    [...] Schon zwei Wochen alt ist die Nachricht, dass MySpace.com ein Musiklabel gegründet hat (mehr über MySpace.com). Letzte Woche wurde nun das erste Album veröffentlicht. [...]

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